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Die Geheime Lehre des Johannes Liechtenauer

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Die Zwölf Schlüssel des Basilius Valentinus / der zweite Schlüssel, von Matthäus Merian (1593 − 1650)



Interpretiert von Wolfgang Abart, Lebendige Schwertkunst

Johannes Liechtenauer war wohl im Mittelalter der berühmteste Fechtmeister seiner Zunft. Die Fechtmeister des vierzehnten bis sechzehnten Jahrhunderts rühmen seine Kunst. Seine Lehre wurde in den sogenannten "Zedeln" überliefert, kryptischen Fechtreimen, die nur sehr schwer zu interpretieren sind. Leider wissen die Fechtbücher über den berühmten Fechtmeister selbst kaum etwas zu sagen. So wissen wir nicht, wann und wo er gelebt hat oder welchen Stand er in der Gesellschaft eingenommen hat. Selbst dass es sich bei seinem Namen um ein Pseudonym handelt, kann nicht ausgeschlossen werden.

Und doch versuchen heute weltweit Fechter wieder nach seiner Lehre mit dem Schwert zu fechten. Von China bis Spanien, in Norwegen, Australien und den USA, überall erliegen Fechter der Faszination dieser deutschen Kampfkunst. Faszinierend sind zum einen die sehr effektiven, überkommenen Techniken und zum anderen das Geheimnis, das sich um die alte Lehre rankt. Die Lehre wurde wohl ursprünglich mündlich tradiert. Ende des vierzehnten Jahrhunderts begann man die Verse aufzuschreiben und in Glossen zu interpretieren. So sind seine "Zedel" in mehreren Fechthandschriften überliefert und von unterschiedlichen Fechtmeistern interpretiert worden. Damit gibt es einen umfangreichen Schatz an Techniken, der heute wieder nachgefochten werden kann.

Auf weitere Geheimnisse weisen uns die Fechtbücher selber hin, wenn zum Beispiel Hans von Speyer im fünfzehnten Jahrhundert schreibt:

Hie hebt sich an ein güt gemyne ler des langen Schwertz / doch ist vil gütter verborgen künst dar in beschlossenn-

Sigmund Ringeck schreibt:

Hie hept sich an die vßlegung der zedel
in der geschriben stett die Rittelich kunst des langes schwerts Die gedicht vnd gemacht hat Johannes lichtenawer der ain grosser maister in der kunst gewesen ist dem gott genedig sy. Der hatt die zedel laußen schryben mitt verborgen vnd verdeckten worten darumb das die kunst nitt gemain solt werden.


Viele Schwertfechter glauben nun, dass die geheime Kunst sich ausschließlich auf die Techniken beschränkt, zum Beispiel auf die sogenannten "verborgenen Haue", die fünf Meisterhaue der Liechtenauischen Lehre. Sie glauben, dass die Geheimnisse von Meistern wie Ringeck und Speyer in den Glossen aufgedeckt worden sind.
Da halte ich es aber eher mit Speyer, der schreibt, dass es sich hier um eine gute, aber allgemein bekannte Kunst des Fechtens handelt, die aber in sich viele geheime Künste verschlossen hat.
So glaube ich, dass sich in der Liechtenauischen Lehre eine komplette mittelalterliche Kosmologie widerspiegelt, die sich aus Elementen der Hermetik, Alchemie, Astrologie und Medizin speist. Sie setzt sich also aus Teilen zusammen, die für den mittelalterlichen Gelehrten zum wissenschaftlichen Weltbild seiner Zeit gehörten.
Nun besteht bei einer Geheimlehre natürlich das Problem, dass es in der Regel nicht möglich ist, die Geheimnisse zu lüften und vor allem das Aufgedeckte zu beweisen, denn sonst wäre es ja keine Geheimlehre.
Deshalb muss ich versuchen meine These durch die Übereinstimmung der Liechtenauischen Lehre mit dem mittelalterlichen Weltbild, wie es uns zum Beispiel in astrologischen Handschriften des fünfzehnten Jahrhunderts überliefert ist, zu belegen:

elementelehre Composition of bodies: Elemente und Humors − eine Miniatur fär On the Properties of Things 1190 − 1250

A. Die Elementelehre
Die mittelalterliche Medizin verwendet die pythagoreische Elementelehre, auch bekannt als die Vier-Säfte-Lehre, die darauf basiert, dass ein Zuviel oder Zuwenig eines Elements beziehungsweise einer Körperflüssigkeit zu einem Ungleichgewicht und somit zu Krankheit führt, während durch ein Gleichgewicht etwas Neues entsteht: Gesundheit. Sie beruht auf den vier bekannten Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft so wie auf einem weniger bekannten Element: Äther. Diese Vier plus Eins spiegeln sich in den vier Grundstellungen oder Huten, Ochs, vom Tag, Pflug und Alber und in den fünf Meisterhauen wider. Jeder Hau und jede Hut lässt sich einem der Elemente zuordnen. Traditionell sind uns auch die Beziehungen der Elemente untereinander überliefert. Es wurde davon ausgegangen, dass jedes Element von anderen gestärkt oder geschwächt werden kann. So kann man zum Beispiel Feuer mit Erde ersticken, was sich auch in den Fechttechniken wiederfindet, indem man also mit einem Erdhau eine Feuerhut brechen beziehungsweise besiegen kann.

planeten Tübinger Hausbuch die sieben Planeten


B. Die Planetenlehre:
Die mittelalterliche Astrologie basierte auf dem Glauben, dass die sieben Planeten, zu denen auch die Sonne und der Mond gezählt werden, durch ihr Wandern quer über das Sternenzelt und das Aufhalten in verschiedenen Regionen am Himmel Einfluss auf das Leben auf der Erde nehmen oder wenigstens diesen Einfluss anzeigen. So ist der Mars als Bringer von Krieg und Streit bekannt, während die sanfte Venus eher für Liebesangelegenheiten zuständig ist. Diese Sieben spiegeln sich nun auch bei Liechtenauer wider in den sogenannten "fünf Worten", bei denen man, wenn man sie tatsächlich zählt, feststellt, dass es sich um sieben Worte handelt.

1. Das Vor
ist das aktive Prinzip des Fechtens, das im Kampf agiert und sich so einen Vorteil erschafft, indem der Fechter die Initiative ergreift. Es kann identifiziert werden mit der strahlenden Energie der Sonne.

2. Das Nach
ist das passive Prinzip im Fechten, der Versuch im Kampf zu bestehen durch Reagieren, und es gleicht dem gespiegelten Licht des Mondes.

3. Das Indes
ist sehr schwer zu beschreiben, denn es betrifft den Übergang aus dem "Nach" in das "Vor". Man agiert zeitgleich mit dem Gegner und gewinnt durch eine harmonische Gleichzeitigkeit und die richtige Wahl der Mittel. Im "Indes" liegt die ganze Kunst des Fechtens, heißt es in den Fechtbüchern. Diese Kunstfertigkeit passt zum Merkur / Hermes.

4. Stärke
ist der Bereich der Klinge nahe am Griff. Wenn zwei Klingen sich kreuzen, hat derjenige einen Hebelvorteil, der mit seinem Griff näher bei der Spitze des gegnerischen Schwertes ist. Jupiter der joviale Herrscher sitzt am Hebel der Macht und weiß, weise zu regieren.

5. Schwäche
ist der Teil nahe vorne an der Schwertspitze. Mit dieser kann man kaum Druck gegen das andere Schwert ausüben. Man kann sie aber sehr schnell bewegen und mit dem Ort drohen, zum Beispiel bei den zwei Hängen. Der Saturn als Greis ist zwar schwach weiß aber Spitzen zu setzen.

6. Hart
ist ein Angriff, wenn die Schwerter sich mit Druck zur Seite berühren und man so mit Kraft versucht das Schwert des Gegners wegzudrücken. Der hier passende Planet ist der harte und aggressive Mars.

7. Weich
ist ein eher vorsichtiger Angriff, der weggedrückt werden kann, den man ausführt um zu fühlen, was der andere machen wird. Dieses weiche und gefühlsvolle Agieren passt zur liebreizenden Venus.

tierkreis Tübinger Hausbuch Tierkreis

C. Der Tierkreis
Auch heute kennen wir noch die Sternzeichen aus den Illustrierten und sie waren auch schon im Mittelalter bekannt und beliebt. So war es naheliegend, die "zwölf Stücke" Liechtenauers mit den Sternzeichen aus dem Zodiak zu vergleichen.
Dies stellte sich aber schwieriger heraus als gedacht. Dieses Rätsel zu knacken half mir ein Video über den Burgenbau in Guédelon, in dem ein Steinmetz ein altes Architektenutensil vorstellt: das Dreizehnknotenseil. Dieses Seil ist zwölf Fuß lang und hat am Anfang und Ende und im Abstand von einem Fuß jeweils einen Knoten, also zwölf gleichlange Abschnitte mit dreizehn Knoten. Es kann als Maßband verwendet werden und auch, um verschiedene geometrische Figuren zu konstruieren. Wenn man nun dieses Seil in den Kreis legt, so dass der erste und der letzte Knoten sich berühren, hat man eine Zwölferteilung wie der Tierkreis am Himmel, und somit schließt der dreizehnte Knoten den Kreis.

schlangentraeger Leidener Aratea

Das brachte mich auf die Idee nach einem dreizehnten Sternzeichen im Zodiak zu suchen und ich fand es im Schlangenträger, der zwischen dem Schützen und dem Skorpion steht. Schon in einer karolingischen Bilderhandschrift, der "Leidener Aratea", wird er auch auf dem Bild für den Skorpion dargestellt. Der Schlangenträger wurde noch verwendet, als man den Mondkalender mit 12 Mondmonaten verwendete und alle zwei bis drei Jahre einen dreizehnten Schaltmonat brauchte, und ging erst mit der Umstellung auf den Sonnenkalender verloren. Den alten dreizehnteiligen Kreis finden wir noch heute in vielen Legenden und Märchen. So steht Jesus als Sonne im Tierkreis aus den 12 Jüngern plus Judas, der dreizehnte, der dann aus der Schar der Jünger fällt. Artus und die Tafelrunde aus zwölf Rittern und Guinevere oder die Schwester, die ihre zwölf in Raben verhexten Brüder retten soll, oder aber die dreizehnte Fee, die nicht zur Taufe von Dornröschen geladen wurde, und so weiter.
Wenn man nun von einem Sternzeichen mehr ausgeht, brauchen wir auch ein Stück in der Geheimlehre mehr. Wenn man sich die Lehre genauer ansieht, stellt man fest, dass der erste Angriff nicht mitgezählt wird, und plötzlich passt alles zusammen und die Stücke folgen der natürlichen Reihenfolge der Tierkreiszeichen:

1. Widder
Wie der Widder gern mit dem Kopf durch die Wand geht, empfiehlt Liechtenauer, noch bevor der Gegner etwas tun kann, sofort mit einem Oberhau von der starken Seite mit einem Schritt zu hauen, um den anderen zum Reagieren zu zwingen und damit die Initiative zu erhalten.

2. Stier
So wie ein Stier, der ruhig auf seiner Weide grast, aber sehr gefährlich werden kann, wenn man sein Revier betritt, so funktionieren die "vier Huten".

3. Zwilling
Der Zwilling gilt als clever und gewieft und hat in der Liechtenauer Lehre die "vier Versetzen" die es ermöglichen, die vier Huten zu brechen. Wenn die Meisterhaue nicht treffen, enden diese Angriffe immer im Mutieren oder Duplieren, die wie die Zwillinge Kastor und Pollux, ein sehr ungleiches kämpferisches Paar bilden.

4. Krebs
Der Krebs hat eine enge Verbindung zum Mond und den Gefühlen, da er das sogenannte Haus des Mondes ist, und steht für das "Nachreisen", in dem man eben aus dem "Nach" ficht und das Fühlen sehr wichtig ist.

5. Löwe
Als König der Tiere beherrscht der Löwe ja bekanntlich die Tierwelt. Genauso überreicht das "Überlaufen" alle unteren Angriffe, da man auf Schulterhöhe mehr Reichweite hat, als wenn man versucht nach unten zu stechen, und so gewinnt der oben liegende.

6. Jungfrau
So wie die Jungfrau niemanden an sich heran lässt und penibel genau arbeitet, so kann man beim "Absetzen" den Angriff des anderen von sich abweisen und ihn gleichzeitig treffen.

7. Waage
So wie eine Waage auf der anderen Seite hochkommt, wenn man sie auf der einen Seite drückt, so gibt das "Durchwechseln" dem gegnerischen Schwert nach und wechselt durch auf die andere Seite.

8. Skorpion
So wie der Stachel des Skorpions vor dem Zustechen zurückgezogen wird, so arbeitet man beim "Zucken", bei dem man erst das Schwert zu sich zieht, bevor man wieder zusticht.

9. Schlangenträger
Wenn man den Schlangenträger als das dreizehnte Prinzip sieht, gehört der dreizehnte eigentlich nicht mehr zum Dutzend, sondern schon zu etwas anderem. Somit stellt er einen Übergang in eine andere Ebene dar, im Fechten den Übergang ins Ringen, und den nennt man "Durchlaufen"

10. Schütze
So wie der Schütze feurig seinen Pfeil schräg nach oben abschießt, so kommt das "Abschneiden" schräg von unten in die Arme.

11. Steinbock oder Ziegenfisch
Der Ziegenfisch begnügt sich mit "Hände drücken", eine Technik, bei der man beim Wechsel aus dem Unterschnitt in den Oberschnitt die Hände des Gegners nach unten drückt und dabei zurückgeht. Das ist der einzige Schritt rückwärts in der Lehre und entspricht der Flucht des Pan.

12. Wassermann
Der revolutionäre Wassermann gewinnt durch die "zwei Hängen", indem er auf ein höheres Niveau wechselt.

13. Fische
Die Fische sind als Schwarm nicht greifbar und haben mit den "vierundzwanzig Winden" viele sichere Wege zu ihrem Ziel.

Wenn nun die Liechtenauische Kunst für die Fechter damals auf allen Energien der Welt und des Kosmos basierte, so wundert es nicht, wenn schon in der ältesten bekannten Fechthandschrift, dem 3227a, beschrieben wird, dass keine weitere Techniken als die, aus denen die Lehre besteht, erfunden werden könnten. Man könne nur "unnutzes Parieren" und "weit Herumfechten" erfinden, das nur zum Angeben gut sei. Alles Wichtige und Nötige sei in der Lehre enthalten.

Die drei Planetenpaare Sonne - Mond sowie Mars - Venus und Saturn - Jupiter spannen jeweils Extreme auf, die vermittelnd der Merkur / Hermes als "Indes" verbindet. Wenn es nun heißt, die ganze Kunst des Fechten liegt im "Indes", so wird hier ein mittlerer Weg propagiert. Wenn nun die Fechtlehre eine Kunst ist, die eigene Mitte zu finden und in Harmonie mit den Elementen zu sein, so klingt das sehr nach dem Stein der Weisen aus der Alchemie. Ist die Liechtenauische Lehre eine Anleitung das innere Gold der Alchemisten zu finden und dabei nicht nur gesund, sondern auch noch unbesiegbar zu werden?

Wenn wir uns zum Schluss das alte Symbol für den Merkur / Hermes ansehen, so besteht es aus einer oben liegenden Mondsichel, darunter ein Kreis und darunter das Kreuz. Nach Peter Berlings Buch "Zodiak" steht die Mondsichel für die Seele, der Kreis für den Geist und das Kreuz für den Körper. Wir haben also Körper, Seele und Geist vereinigt. Die Seele kontrolliert als Gewissen den Geist, da die Sichel über dem Geist liegt. Der Verstand kontrolliert den Körper, da der Geist über dem Körper liegt. So ist Merkur der dreifache Meister von Körper, Seele und Geist, die er vereint. Dieser Meister erinnert sehr an den Hermes Trismegistos der Hermetiker.

tierkreis




The secret art of Johannes Liechtenauer

The twelve keys of Basil Valentine / the second key , by Matthäus Merian (1593 - 1650)



Interpreted by Wolfgang Abart, Lebendige Schwertkunst

In medieval times, Johannes Liechtenauer was surely one of the most famous master swordsmen among his fellow craftsmen. The fencing masters of the fourteenth up to the sixteenth century praise his art. His teachings were handed down in the so called Zedeln ["epitomes", meaning: brief written summaries or schedules], cryptic fencing rimes which are very difficult to interpret. Unfortunately, the fencing books are unable to say much about the fencing master himself. So we do not know when and where he lived and which status he had in the society of his time. Even the fact that his name may be a pseudonym cannot be excluded.

Notwithstanding these facts fencers worldwide try to resume fencing according to his teachings. From China to Spain, in Norway, Australia and the USA fencers are thrilled by this German art of fencing. The fascination lies on the one hand in the effective, handed down techniques and on the other hand in the mystery that surrounds the old teachings. We suppose that the teachings were originally handed down by word of mouth. Towards the end of the fourteenth century one began to write down the verses and to interpret them in glosses. And so his Zedel have been handed down in various fencing manuscripts and interpreted by different fencing masters. As a result, we have an extensive treasure of techniques which can be used in today's fencing.

Some more secrets are pointed out by the fencing books themselves, when, for example, Hans von Speyer writes in the fifteenth century:

Hie hebt sich an ein güt gemyne ler des langen Schwertz / doch ist vil gütter verborgen künst dar in beschloßenn-
[literal: Here begins a good general teaching of the long sword, / but many good hidden arts are included therein.]

Sigmund Ringeck writes:

Hie hept sich an die vßlegung der zedel
in der geschriben stett die Rittelich kunst des langes schwerts Die gedicht vnd gemacht hat Johannes lichtenawer der ain großer maister in der kunst gewesen ist dem gott genedig sy. Der hatt die zedel laußen schryben mitt verborgen vnd verdeckten worten darumb das die kunst nitt gemain solt werden.

[literal: Here commences the exposition/interpretation of the zedel/epitome, in which is written down the Chivalrous art of the long sword. It was conceived and elaborated by Johannes lichtenawer, who has been a great master in the art, upon whom God may have mercy. It was he who had the zedel written with hidden and covert words in order that the art should not become common.]

Many sword fencers now believe that the secret art is exclusively limited to the techniques, for example to the so called verborgenen Haue ["hidden hews"], the five Meisterhaue ["master-hews"] of Liechtenauer's teachings. They believe that the secrets had been revealed in the glosses by masters such as Ringeck and Speyer.

As far as I am concerned I'd rather take sides with Speyer who writes that as to these techniques they represent a good and, in fact, well-known art of fencing, but include in themselves many hidden and mysterious arts.

So I think that Liechtenauer's teachings reflect a complete medieval cosmology which feeds on elements of hermeticism, alchemy, astrology and medicine. It is therefore composed of parts which were integral aspects of any medieval scholar's view of the world of his time.

With any secret teaching however we are confronted with the problem that it is basically impossible to reveal the secrets, and above all with the problem to prove what might be revealed. Otherwise these teachings would not be secret. This is why I must try to prove my thesis by pointing up the correspondence between Liechtenauer's teachings and the medieval worldview as handed down by astrological manuscripts of the fifteenth century.

elementelehre Composition of bodies: Elements and Humors − a miniature for On the Properties of Things 1190 − 1250

A. The teaching of the elements

Medieval medicine uses the Pythagorean theory of the elements, also known as the theory of the four humors which is based on the fact that a too much or too little of one of the elements, respectively of one of the body's humors, leads to an imbalance and consequently to illness, whereas balance creates something new: health.

It is based on the four well-known elements of fire, water, earth and air as well as on the not so commonly known element: ether. These four plus the one are reflected in the four basic positions or "Huten"["guards"]: "Ochs" ["ox"], "vom Tag"["from the day" or "roof"], "Pflug"["plough"] and "Alber"["lower Guard" or "fool"] and in the five "Meisterhauen"["master-hews"].

Each "hew" and each "guard" can be assigned to one of the elements. The relations of the elements between each other are handed down by tradition as well. It was assumed that each element can be strengthened or weakened by one of the others. Fire, for example, can be suffocated by earth, an effect that can also be found in the fencing techniques: You can break or defeat a "fire-guard" by an "earth-hew".

planeten B. The theory of the planets

Tübinger Hausbuch the seven planets


Medieval astrology is based on the belief that the seven planets, among which also the sun and the moon are counted, influence life on earth by their wandering across the firmament and their stay in various areas of the sky/zodiac or at least that they indicate such an influence.

So Mars is known as bringer of war and strife whereas gentle Venus is responsible for affairs of love.

These seven are now reflected, according to Liechtenauer, in the so-called "five words" which, if you really count them, consist of seven words.

1. Before[German: "vor"]
is the operative principle of the art of fencing, the principle which is acting in the fight and so provides an advantage for the fencer, who takes the initiative. It can be identified with the radiant energy of the sun.

2. After
is the passive principle of the art of fencing, the attempt to prevail in the fight by reacting, which resembles the reflected light of the moon.

3. Meanwhile [German:"indes"]
is very difficult to describe because it marks the transition from the "after" to the "before". You act simultaneously with the opponent and you win by a harmonious simultaneity and by choosing the right means. The "meanwhile" is the core of the whole art of fencing, as can be read in the fencing books. This skill corresponds to Mercury.

4. Strength
is the area of the blade near the handle. When two blades are crossed, that fencer has the advantage of the lever whose handle is placed nearer to the point of the opponent's sword. Jupiter the jovial ruler sits at the lever of power and knows how to reign wisely.

5. Weakness
is the part up front, near to the sword's point; with the point you can hardly exercise any pressure on the other sword. But you can move it very quickly and threaten with the "Ort" [i.e. the point], for instance in "zwei Hängen" the two hangings. Saturn as an old man is weak but he knows how to set a pointed threat.

6. Hard
is an attack when the swords touch each other with pressure to the side and one thus tries with force to push off the opponent's sword. The fitting planet here is the hard and aggressive Mars.

7. Soft
is a rather cautious attack that can be pushed aside. It is carried out to feel what the other fencer might do. This soft and sensitive act is corresponding to lovely Venus.

tierkreis Tübinger Hausbuch zodiac

C. The zodiac

Up to today we know the signs of the zodiac from magazines and they were known and popular in medieval times as well. And so it was not far-fetched to compare Liechtenauer's "zwölf Stücke"["twelve pieces"] to the signs of the zodiac.

That however turned out to be more difficult than one might suppose. What helped me to crack the riddle was a video about the construction of the castle of Guédelon, in which a stonemason presents a medieval architect's tool: the thirteen-knot-rope. This rope is twelve feet long with one knot each at the beginning and at the end and one at a distance of each foot. So we have twelve equal sections and thirteen knots. It can be used as a tape measure and for constructing various geometrical figures as well. If you lay the rope in a circle so that the first and the last knot touch each other, you get a twelvefold partition field like the zodiac in the sky, and hence the thirteenth knot closes the circle.

schlangentraeger Leidener Aratea That gave me the idea of looking for a thirteenth sign in the zodiac and I found the Ophiuchus which is placed between the Sagittarius and the Scorpio. As early as in the Carolingian illuminated manuscript, the "Leidener Aratea" ["Leiden Aratea"]it is represented on the picture of the Scorpio. The Ophiuchus is used at a time when the lunar calendar (with twelve moon-months) was in use and every two or three years a leap-month had to be put in, but this sign eventually got lost with the changeover to the solar calendar. Even today we find the old thirteenfold partitioned circle in many legends and fairy tales. So Jesus is shown as the sun in the zodiac with the twelve disciples including Judas (as thirteenth) who subsequently falls out of the apostles' company.

Arthur and the Round Table, consisting of the twelve knights and Guinevere; or the sister who shall save her twelve brothers bewitched into twelve ravens; or the thirteenth fairy who was not invited to the baptism of Sleeping Beauty, and so on.

If you postulate now one additional (i.e. thirteenth) sign of the zodiac we also need an additional piece in the secret teachings. If one takes a closer look at the teachings, one finds that the first attack is not counted and all of a sudden everything fits together and the pieces follow the natural sequence of the zodiac:

1. Aries
As the ram likes going head-on through the wall, Liechtenauer proposes, even before the opponent can act, to beat at once with one step with an "Oberhau"["over hew"] from the strong side in order to force the opponent to react and thus to keep the initiative.

2. Taurus
Just as a bull peacefully grazing in the meadow can, nevertheless, become very dangerous when you enter his territory, so are the effects of the "vier Huten"["four guards"].

3. Gemini
Gemini is supposed to be clever and crafty and correspond in Liechtenauer's teaching to the "vier Versetzten"["four displacements"] and the "Ansetzen" ["on-settings"] with the help of which you can break the "four guards". If the "master-hews" do not hit, these attacks will always end up in mutating and doubling which represent, like the twins Castor and Pollux, a very dissimilar fighting couple.

4. Cancer
Cancer has a tight relation to the moon and the emotions being the so-called house of the moon. It stands for the "Nachreisen"["after-traveling"], which just means you're fighting from the "after", and here feeling/sensation is very important.

5. Leo
It is generally known that the lion king dominates the animal world, just as the "überlaufen"["over-running"] reaches higher than all the lower attacks because you reach out farther from your shoulder's level as if you tried to sting down. And so the fencer acting from a higher level wins.

6. Virgo
Virgo doesn't let anyone get close herself and she operates exactingly and meticulously. Similar to that you can, by using the technique of "Absetzen"["setting aside"], fend off the opponent's attack and at the same time hit him.

7. Libra
Just as one side of the scales goes up when you press down the other side, the "Durchwechseln"["changing through"] gives in to the opponent's sword and changes through to the other side.

8. Scorpio
Just as the scorpion withdraws its sting before stinging, the technique "Zucken"["tugging"] means to withdraw the sword before stabbing out again.

9. Ophiuchus
If you consider the Ophiuchus to be the thirteenth principle, it is no longer really part of the dozen, but already of something else. It thus represents the transition to another level, which means in fencing: the transition to wrestling; this is called "Durchlaufen"["running-through"].

10. Sagittarius
Just as fiery Sagittarius shoots off his arrow slantingly upwards, the "Abschneiden"["cutting aside"] is effected slantingly from below up into the arms.

11. Capricorn or Sea-goat
Sea-goat contents himself with "Hände drücken"["pressing of hands"], a technique with which you change from an "Unterschnitt"["under slice"] into an "Oberschnitt"["over slice"], pressing the opponent's hands downwards and going backwards. This is the only step backwards (in Liechtenauers teachings) and corresponds to the flight of Pan.

12. Aquarius
Revolutionary Aquarius wins by using the "zwei Hängen"["two hangings"; more precisely: the left and right upper hangings] changing to a higher level.

13. Pisces
Within a shoal, fish are elusive, and with the "vierundzwanzig Winden"["twenty-four windings"] they've got many safe ways towards their goal.

If Liechtenauer's art for fencers was in his time based on all the energies of the world and the cosmos, it is not surprising that we find in the oldest known manuscript, the 3227a, the statement that no further techniques than the ones in the teachings can be found or invented. You could only invent "unnutzes parieren"["useless parrying"] and "weit herumfechten"["expansive fencing around"] which might only serve the intention of showing off. Anything important and useful was already included in the teachings.

The three pairs of planets Sun-Moon, Mars-Venus and Saturn-Jupiter each stretch to extremes which are then bridged by mediating Mercury as "Indes"["meanwhile"].

If we now learn that the whole art of fencing lies in the "meanwhile", we see a middle course supported. If the teachings of fencing are an art to find one's own centre and to be in harmony with the elements, it very much sounds like the philosophers' stone in Alchemy. Are Liechtenauer's teachings an instruction to find the inner gold of the alchemists and by those means to become not only healthy but also invincible?

If we finally look at the old symbol of Mercury we find that it consists in a downward sense of a crescent, a circle and a cross. According to Peter Berling's book "Zodiak" the crescent stands for the soul, the circle for the spirit and the cross for the body. So we have body, soul and spirit united. The soul controls as conscience the spirit, as the crescent lies above the spirit. The mind controls the body, as the spirit lies above the body. So Mercury is the threefold master of body, soul and spirit which he unites. This master reminds one very much of the Hermes Trismegistos of the hermeticists.



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